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Granatapfel - jahrtausendealte Heilfrucht mit vielseitiger gesundheitlicher Wirkung

Die medizinische Verwendung des Granatapfels hat eine jahrtausendealte Tradition. In den letzten 10 Jahren wurde in hunderten von Studien die gesundheitsförderliche Wirkung der antioxidativen Granatapfel-Schutzstoffe (Polyphenole) in folgenden Bereichen bestätigt:

   1. Krebs

   2. Zellalterung

   3. Herzgesundheit

   4. Gefäße

   5. Cholesterin

   6. Gehirn

   7. Entzündungen

   8. Gewichtskontrolle 

   9. Diabetes

   10. Viren und Bakterien

1. Granatapfel-Polyphenole gegen Prostatakrebs

Im Jahr 2009 wurden die eindrucksvollen sechsjährigen Langzeiteffekte der ersten Studie mit Prostatakrebs-Patienten nach einer erfolglosen Primärtherapie publiziert: Durch die Einnahme von 570 mg Granatapfel-Polyphenolen (als Saft aus Konzentrat) wurde eine Verlängerung der PSA-Verdopplungszeit von durch­schnittlich 15,4 auf 60 Monate erreicht (Pantuck et al., 2006 und 2009). Der PSA-Wert ist ein wichtiger Verlaufsmarker bei Prostatakrebs: Je langsamer der PSA-Wert (Prostataspezifisches Antigen) nach einer Therapie wieder ansteigt, desto länger ist normalerweise die Lebenserwartung.

Eine neue Studie von der John Hopkins Universität (Paller et al., 2013) konnte erneut die Wirksamkeit von Granatapfel-Antioxidantien bei Prostatakrebs bestätigen. In der doppelblinden randomi­sierten Studie wurde 104 Prostatakrebs-Patienten nach erfolgloser Primärtherapie Granatapfel-Extrakt verabreicht und der PSA-Verdopplungszeitraum beobachtet. Die Studien­teilnehmer waren im Schnitt 74,5 Jahre alt und hatten einen Prostatakrebs von mittlerer Aggressivität (Gleason-Score 7). Die tägliche Aufnahme von Granatapfel-Extrakt über 6 Monate bewirkte eine Verlänge­rung der mittleren PSA-Verdopplungszeit von 11,9 auf 18,5 Monate. Bei 43 % der Studienteilnehmer konnte diese Zeitspanne im Vergleich zum Ausgangswert zu Beginn der Studie verdoppelt werden, bei 13 % wurden fallende PSA-Werte festgestellt (Paller et al., 2013). Täglich wurden 600 mg Granatapfel-Polyphenole (nach Folin-Ciocalteu als Gallussäure-Äquivalent) in Form eines Granatapfel-Extrakts eingenommen.

In einer randomisierten Doppelblind-Studie von Thomas et al. (2013) mit 203 Prostatakrebspatienten wurde über sechs Monate die Wirksamkeit von polyphenolreichen Extrakten aus Granatapfel, grünem Tee, Brokkoli und Gelbwurz überprüft,. Während sich im Median der PSA-Wert in der Verum-Gruppe nach sechs Monaten durchschnittlich um nur 14,7 % erhöhte, waren es in der Placebo-Gruppe ganze 78,5 %. Am Ende der Studie konnten in der Verum-Gruppe 61 Studienteilnehmer (46 %) einen stabilen oder sogar geringeren PSA-Wert aufweisen, während dies in der Placebo-Gruppe bei lediglich 9 Personen (14 %) der Fall war. In der Verum-Gruppe konnten 114 Studienteilnehmer (92,6 %) das bisherige Verfahren fortführen (active surveillance bzw. watchful waiting), während das nur auf 38 Teilnehmer (74 %) der Placebo-Gruppe zutraf. Nebenwirkungen traten keine auf – ein beachtlicher Unterschied innerhalb von nur 6 Monaten.

Eine Doppelblind-Studie aus der Schweiz (Stenner-Liewen et al., 2013) zeigt, wie wichtig der Polyphenol­gehalt des Granatapfelsaftes und die Art des Prostatakarzinoms ist. Das verwendete Getränk mit 27,5 % Granatapfelsaft enthielt laut unserem Test bei der Universität Hohenheim tatsächlich nur 0,1 mg/ml Punicalagin. Demnach wurden in der Studie für 4 Wochen 500 ml des Getränks mit 138 ml Granatapfelsaft, 50 mg Punicalagin und 50 g Zucker verabreicht. Angesichts der geringen Wirkstoffmenge und der kurzen Zeit überrascht es, dass dennoch drei Patienten in der Verum-Gruppe einen PSA-Abfall von über ≥30% erfuhren, während nur ein Patient in der Placebo-Gruppe einen PSA-Abfall hatte. Es überrascht umso mehr, dass in den nächsten 4 Wochen nur noch die Hälfte der Dosierung verwendet wurde und man damit eine sicher nicht mehr wirksame Dosis verabreichte. Die Studie konnte dann auch über die gesamte Zeit von 8 Wochen keine statistisch signifikante Wirkung mehr nachweisen. Dies dürfte einerseits am Studiengetränk mit geringem Granatapfel-Polyphenol- und Punicalagin-Gehalt gelegen haben, andererseits aber auch an der Art des Prostatakarzinoms. Die 98 Patienten litten überwiegend an einem fortgeschrittenen, hormonrefraktären Prostatakrebs. Bei dieser Art von Prostatakrebs wurde bereits als großer Erfolg erachtet, dass Chemotherapie eine Lebensverlängerung von etwa 3 Monaten bewirken kann. Wer polyphenolarme Granatapfelsäfte oder -getränke zu sich nimmt, nimmt nur wenig Wirkstoffe, dafür aber reichlich Zucker auf, was bei Krebs ungünstig ist. Wer Wert auf einen hohen Punicalagin-Gehalt legt, nimmt pro ml verglichen mit dem in der Studie verwendeten Getränk - mit Granaforte die über 300-fache Menge an Punicalagin A und B auf - laut unserem Test, der von der Universität Hohenheim durchgeführt wurde. >> Mehr Infos zum Test

Forschungsergebnisse (Überblick: Jacob und Klippel, 2008) zeigen interessante Perspek­tiven bezüglich des hormonrefraktären Prostatakarzinoms auf. Eine bedeutsame Wirkung von Granatapfel-Polyphenolen bei fortgeschrittenem Prostatakrebs ist auch die Hemmung der Metastasierung und Tumorgefäßneubildung. Noch wenig erforscht, aber interessant ist auch die Wirkung von Granatapfel-Polyphenolen als Chelatoren potentiell toxischer Metalle wie z. B. Kupfer. Granatapfel-Polyphenole bilden möglicherweise eine sinnvolle, synergistische Ergänzung zu Standardtherapien wie Chemo- und Strahlentherapie sowie Hormon­ent­zugstherapie. Aufgrund der Eigenschaft von Granatapfel-Polyphenolen, die Expression des Androgen­rezeptors und Androgen-synthetisierender Enzyme herabzuregulieren, bei Protein­kinasen eine Phosphory­lierungshemmung und in Krebszellen die Apoptose ins­beson­dere über eine NF-kappaB-Aktivierungs­hemmung zu fördern, könnte eine Kombination mit der Hormonablation sehr interessante Synergie-Effekte bewirken und die Bildung von Resistenzen verzögern. Dies muss sich noch in der klinischen Praxis bewähren. Die Effekte von Polyphenolen in Bezug auf den PSA-Wert sind bei einem lokalisierten, low risk-Prostatakrebs natürlich deutlich ausgeprägter als bei einem aggressiven, fortgeschrittenen Prostatakarzinom, das sogar mit Chemotherapien schwer beherrschbar ist.

Eine Studie von Dai et al. (2010) beschreibt die Anwendung eines Granatapfelextraktes auf Brustkrebszellen mit Stammzelleigenschaften. Durch die Behandlung mit dem Extrakt konnte die Proliferation der Zellen gehemmt und die Apoptose ausgelöst werden. Im Vergleich zum normalen Granatapfelsaft zeigte der fermentierte Saft die doppelte wachstumshemmende Wirkung auf hormonabhängige und -unabhängige Brustkrebszellen (Kim et al., 2002). Fermentierte Granatapfel-Polyphenole können auch das Schlüsselenzym der Östrogensynthese, die Aromatase, blockieren und so die Östrogenbildung im Fettgewebe senken. Dabei wirken sie anti-östrogen auf den Östrogenrezeptor alpha.

Die verbesserte Wirksamkeit von fermentierten Granatapfel-Polyphenolen wurde in präklinischen Studien bei Leukämiezellen (Kawaii und Lansky, 2004) sowie Prostatakrebs (Albrecht et al., 2004; Lansky et al., 2005a und b) und Brustkrebs (Kim et al., 2002) nachgewiesen. Nach einer Studie von Kawaii und Lansky (2004) führten fermentierte Granatapfelsaft-Polyphenole bei HL-60-Leukämiezellen zur Redifferenzierung oder Apop­tose. Der reine Frischsaft wies dagegen nur eine geringe redifferenzierende Wirkung auf.

Auch bei anderen Krebsarten bietet der Granatapfel möglicherweise gesundheitliche Vorteile. So belegen vorklinische Studien dem Granatapfel ebenfalls günstige Wirkungen gegen Lungen-, Darm-, Haut- und Brustkrebs.

2. Granatapfel-Antioxidantien verlangsamen Zellalterung

Der Grund dafür ist die hohe Konzentration an antioxidativen Schutzstoffen (Polyphenolen) im Granatapfel. Antioxidantien haben für unseren Körper eine große Bedeutung aufgrund ihrer Eigenschaft als Radikal-Fänger. Sie schützen den Körper vor freien Radikalen, indem sie diese unschädlich machen. Freie Radikale verursachen oxidativen Stress, der mitverantwortlich für den Alterungsprozess und an der Entstehung einer Reihe von Krankheiten beteiligt ist. 
Granatapfelsaft übertraf in sieben Testverfahren die bisher potentesten Antioxidantien wie Rotwein, Blaubeersaft, Acaisaft und Cranberrysaft bei weitem (Seeram et al., 2008). Er hat die 3-4-fache antioxidative Kapazität (TEAC-Test) von Rotwein oder Grüntee (Gil et al., 2000). Die Granatapfel-Polyphenole können oxidativen Stress nicht nur direkt reduzieren, sondern stärken vor allem auch die körpereigenen Schutzsysteme (Aviram et al., 2000 und 2004).

3. Granatapfel-Polyphenole wirken positiv aufs Herz 

Die Polyphenole des Granatapfels tragen zum Schutz von Herz und Gefäßen bei. Eine Doppelblind-Studie im renommierten The American Journal of Cardiology zeigte, dass Granatapfelsaft bei Patienten mit Koronarer Herzkrankheit (KHK) die Durchblutung des Herzmuskels signifikant verbesserte und die Häufigkeit von Brustschmerzen (Angina Pectoris Anfälle) halbierte (Sumner et al., 2005).

4. Granatapfel-Polyphenole schützen die Gefäße

Gefäßerkrankungen und Arteriosklerose beginnen durch die dramatische Zunahme des Übergewichts im immer früheren Alter. Eine Studie an jungen Erwachsenen mit metabolischem Syndrom ergab schon nach vier Stunden verbesserte Entzündungsmarker im Blut. Nach einem Monat mit täglichem Verzehr von Granatapfelsaft setzte sich der positive Trend fort. Auch die Gefäßfunktion sowie die Regulation des Blutflusses verbesserte sich deutlich (Hashemi et al., 2010; Kelishadi et al., 2011).
Besonders bei Fettstoffwechselstörungen und gesteigertem oxidativen Stress helfen Granatapfel-Polyphenole, Gefäßerkrankungen entgegenzuwirken. In der 18-monatigen Doppelblind-Studie von Davidson et al. (2009) mit 291 Patienten konnte die Fortschreitung der Gefäßwandverdickung in der Halsschlagader bei Patienten mit erhöhten Triglyzerid- und Cholesterinwerten im Vergleich zur Kontrollgruppe deutlich verringert werden. 
Auch im fortgeschrittenen Stadium der Arteriosklerose konnte Granatapfelsaft (aus Konzentrat, täglich ca. 600 mg Polyphenole) helfen: Bei Patienten mit verengter Halsschlagader bildeten sich Gefäßverkalkungen um 30 % zurück, während diese in der Vergleichsgruppe zunahmen. Der Bluthochdruck wurde gesenkt, die Verklumpung von Blutplättchen (Thrombozytenaggregation) vermindert, was  bekanntlich der Blutgerinnsel-Bildung entgegen wirkt (Aviram et al., 2004; Aviram et al., 2000).

Granatapfelsaft kann die biologische Wirksamkeit und Wirkdauer des Botenstoffs NO, der zur Entspannung und Weitung der Blutgefäße beiträgt, stark erhöhen. Dadurch wirkt er schützend einem Gefäßverschluss entgegen und fördert den Blutfluss (Ignarro et al., 2006). Dieser Effekt erklärt wahrscheinlich auch die positiven Effekte bei Erektionsstörungen (Azadozoi et al., 2005; Forest et al., 2007).

In der nachfolgenden Abbildung sind Mechanismen abgebildet, über die Granatapfel-Polyphenole nicht nur Einfluss auf die Entstehung von Prostatakrebs, sondern auch von Erektionsstörungen und gutartiger Prostatavergrößerung nehmen können.

Potentiell modulatorische Effekte von Granatapfel-Extrakten auf zentrale biologische Prozesse, die eine entscheidende Rolle bei der Pathogenese von erektiler Dysfunktion, benigner Prostatahyperplasie und Prostatakrebs spielen (verändert nach: Kroeger et al., 2013)

5. Granatapfel-Polyphenole senken Cholesterin und verhindern dessen Oxidation

Bei Diabetikern (Esmaillzahdeh et al., 2006; Rosenblat et al., 2006) und gesunden Probanden (Rosenblat et al., 2010) konnte durch Granatapfel-Polyphenole eine Senkung der Cholesterinwerte und andere wichtige gefäßschützende Effekte erzielt werden, ohne den Blutzucker zu beeinflussen.
Oxidiertes LDL-Cholesterin ist ein zentraler Faktor im Fortschreiten der Arteriosklerose. Die Oxidation des LDL-Cholesterins konnte bei Patienten mit verengter Halsschlagader um 90 % reduziert werden (Aviram et al., 2004; Aviram et al., 2000). Granatapfel-Polyphenole können verschiedene Risikofaktoren von Gefäßerkrankungen senken, indem sie das gefäßschützende PON1-Enzym aktivieren (Rosenblat et al., 2010; Fuhrman et al., 2010; Gugliucci et al., 2010; Shiner et al., 2007; Rosenblat et al., 2011; Khateeb et al., 2010).

6. Granatapfel-Polyphenole schützen das Gehirn 

Die antientzündlichen, antioxidativen Effekte des Granatapfels wirken sich vermutlich auch günstig auf die Gehirnfunktion (Jung et al., 2006) aus. So kann Granatapfelsaft Hirnschäden reduzieren (Loren et al., 2005), die durch Sauerstoffmangel nach Problemgeburten oder Schlaganfällen auftreten. 
Die besonderen Polyphenole wirken nicht nur Gefäßerkrankungen des Herzens und des Gehirns, sondern auch der Alzheimer-Demenz (AD) entgegen. In einer Studie von Dai et al. (2006) konnten drei Portionen polyphenolreiche Obst- und Gemüsesäfte pro Woche das Risiko für eine Alzheimer-Demenz um 75 % reduzieren. Als Ursachen der Alzheimer-Demenz gelten genetische Veranlagung, gesteigerter oxidativer Stress, Entzündungsprozesse, Funktionseinschränkungen der Zellkraftwerke sowie die Anhäufung von defekten Eiweißen. 
Eine Studie an Mäusen zeigte, dass durch die Gabe von Granatapfel-Polyphenolen die Anhäufung der defekten Eiweißbausteinen im Gehirn um 50 % reduziert und die geistigen und motorischen Funktionen verbessert werden konnten (Hartman et al., 2006).
In zahlreichen Studien wurde nachgewiesen, dass Granatapfel-Polyphenole die Aktivierung des zentralen Entzündungsbotenstoffes NF-kappaB hemmen. NF-kappaB spielt nach neuen Erkenntnissen bei Entzündungsprozessen, im Krebsgeschehen, bei Autoimmunerkrankungen wie Multipler Sklerose und der Entwicklung von Abbauprozessen im Gehirn wie Alzheimer und Parkinson eine wichtige Rolle. 

7. Granatapfel-Polyphenole hemmen Entzündungen

Granatapfel-Polyphenole beeinflussen das Entzündungsgeschehen auch durch die Hemmung zahlreicher anderer entzündungsfördernder Botenstoffe, Proteine und Enzyme (z. B. COX-2). Dadurch sind Granatapfel-Polyphenole auch bei chronisch entzündlichen Erkrankungen wirksam: Sie können zum Beispiel die entzündliche Zerstörung des Gelenkknorpels bei rheumatoider Arthritis bremsen (Ahmed et al., 2005, Shukla et al., 2008 a und b) sowie entzündungsbedingte Leberschädigungen (Fibrose) (Toklu et al., 2007) und Darmschleimhautentzündungen lindern (z. B. Larrosa et al., 2009; Singh et al., 2009).

8. Granatapfel-Polyphenole unterstützen die Gewichtskontrolle 

Übergewichtige Erwachsene konnten in einer Studie mit Granatapfelsaft ihr Gewicht halten, während in der Kontrollgruppe das Körpergewicht, der BMI (= Body-Mass-Index) und die Fettmasse anstieg (Gonzalez-Ortiz et al., 2011). Punicalagin, eines der Hauptpolyphenole im Granatapfel, vermindert zudem die Fettbildung um bis zu 40 % (Rosenblat und Aviram, 2011). 

9. Diabetes – Granatapfel erhöht Insulin-Sensitivität und schützt vor Folgeschäden

Granatapfel-Polyphenole verbessern die Insulin-Empfindlichkeit der Zellen, indem sie den Abbau des Hormons Resistin fördern. Insulin ist ein Hormon, das den Blutzucker reguliert, indem es die Aufnahme von Zucker in die Zellen bewirkt. Eine eingeschränkte Empfindlichkeit der Zellen gegenüber Insulin führt zur Insulinresistenz sowie erhöhten Blutzuckerwerten und schließlich zur Entwicklung von Diabetes. Resistin stellt eine zentrale Verbindung zwischen Übergewicht, Insulinresistenz und Typ-2-Diabetes dar (Makino-Wakagi et al., 2012). 
Niereninsuffizienz als Diabetes-Spätfolge führt meistens zur Dialysepflicht. Auch Dialyse-Patienten profitierten in einer israelischen Studie vom Granatapfel: Das Risiko für die häufig auftretenden Infektionen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen konnte im Vergleich zur Kontrollgruppe deutlich gesenkt werden und die Anzahl der Krankenhauseinweisungen war ebenfalls deutlich geringer (Shema-Didi et al., 2012). Aufgrund des hohen Kaliumgehalts von Granatäpfeln sollten Dialyse-Patienten dies mit Ihrem Arzt abstimmen und am besten den Saft direkt vor der Dialyse einnehmen oder die kaliumärmeren Saftextrakte wählen. 

10. Wirksam gegen Viren und Bakterien

Granatapfel-Polyphenole hemmen nicht nur Entzündungen, sondern können auch direkt Infektionen mit Viren und Bakterien entgegen wirken. Denn sie können Influenza-A-Grippeviren bei lokaler Anwendung im Mund und Rachenraum abtöten sowie deren Vermehrung hemmen (Haidari et al., 2009). Auch verfügen sie über eine breite Wirkung gegen andere Viren, Bakterien und Malaria-Erreger (Neurath et al., 2004 und 2005, Reddy et al., 2007).

Qualitätsunterschiede

Granatapfelprodukte weisen große Unterschiede in der Qualität und im Gehalt an Polyphenolen, den Hauptwirkstoffen, auf. Dies betrifft nicht nur die Säfte (897 bis 4265 mg/l Polyphenole nach Folin-Ciocalteu-Methode; Fischer-Zorn und Ara, 2007), sondern auch Granatapfelextrakte. Die verschiedenen Granatapfel-Produkte auf dem Markt unterscheiden sich stark in Gehalt und Zusammensetzung der wirksamen Granatapfel-Polyphenole. Den bisher größten Produkttest in Deutschland hat die Universität Hohenheim im Auftrag des Verbands für ganzheitliche Gesundheitsberatung e.V. durchgeführt (www.granatapfelsaft.de). In allen bisherigen klinischen Studien haben sich 600 mg Granatapfel-Polyphenole (als Gallussäure-Äquivalent) als wirksame Dosis erwiesen.

Granatapfel-Polyphenole sind eine kostengünstige, wissenschaftlich belegte und weitestgehend nebenwirkungsfreie Möglichkeit der begleitenden Ernährungstherapie von metabolischem Syndrom, Fettleber, Diabetes mellitus, Arteriosklerose, Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Alzheimer-Demenz. Insbesondere können sie den oxidativen und entzündungsbedingten Folgeschäden vorbeugen oder entgegenwirken.

 


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Literatur: